Das Wissen um den Tanz bewahren

Eine Herausforderung für das Tanzland Deutschland

Tanz ist die vergänglichste unter den performativen Künsten, doch zugleich baut jede neue Tanzschöpfung und ästhetische Entwicklung auf früheren Arbeiten auf, führt diese weiter oder entwirft radikale künstlerische Gegenpositionen. Die Vielfalt des Tanzes in Deutschland ist nicht zuletzt dadurch geprägt. Doch anders als im Sprech- oder im Musiktheater bleibt oft kein Text, keine verschriftlichte dramaturgische Struktur als kulturelles Wissen erhalten. Die Vielfalt des tänzerischen Schaffens in Geschichte und Gegenwart wäre verloren, würden nicht Dokumente und Materialien der Tanzkunst in Archiven und Sammlungen bewahrt.

Die deutschen Tanzarchive bewahren einen großen Schatz von rund einer Million Dokumente zur Tanzgeschichte auf. Dazu zählen nicht nur Manuskripte, Briefe und Kritiken, sondern auch Fotos, Kostüme, Filme oder Videos.

Neue Ausstellung im Deutschen Tanzarchiv Köln
24. März 2018 bis 27. Januar 2019

Gert Weigelt - Autopsie in Schwarz/Weiss

Menschliche Skulpturen füllen den Raum. Skulpturen in Bewegung – inszeniert von dem Fotografen Gert Weigelt. Seine Arbeiten in Schwarz/Weiß, entstanden aus der Zusammenarbeit mit Tänzern im Studio, gehen weit über das Selbstverständnis konventioneller Tanzfotografie hinaus. Sie sind Ausdruck eines ästhetischen Anspruchs, der sich anschickt, Körperlichkeit und Tanz mit der Kamera aus analytischer Perspektive zu sehen und zu zeigen. Häufig mit einem ironisierenden Augenzwinkern.
Die Ausstellung „Gert Weigelt. Autopsie in Schwarz/Weiß“ widmet sich seinen Studioarbeiten – inszenierte Körper- und Portraitstudien – die durch ihre betonte Formenstrenge und Ästhetik sowie ihr erotisches Flair faszinieren. Die Fotografieschau wird ergänzt durch die Präsentation seiner Kunstfilme – in Bewegung gesetzte Bildchoreographien –, die Gert Weigelt in den 1990er Jahren für das Zweite Deutsche Fernsehen und den niederländischen Fernsehsender NOS kreiert hat.

Weitere Informationen auf der Website des Deutschen Tanzarchivs Köln.
 

Brücken in die Zukunft.

Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Anregungen einer Umfrage der Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) und des Verbunds Deutscher Tanzarchive (VDT) zur Situation der Archive, Bibliotheken und Sammlungen an den Ausbildungsstätten für Tanz in Deutschland aus den Jahren 2016/17

Im Rahmen der 6. Biennale Tanzausbildung in Berlin wurden am 1. März 2018 Ergebnisse einer Bestandserhebung der Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) und des Verbunds der Tanzarchive (VDT) vorgestellt und anschließend diskutiert. Hier können Sie die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage nachlesen.

Projekte des VDT

Suche in den Beständen der Archive

Im Suchportal des Fachinformationsdienst Darstellende Kunst sind die Datenbanken der Archive des VdT durchsuchbar. Für eine gemeinsame Darstellung von Teilbeständen haben die Mitglieder des VdT exemplarisch Metadaten für das FID-Portal zur Verfügung gestellt.

Zugänge schaffen!

Zum ersten Mal trafen sich am 21. und 22. Oktober 2016 Vertreter*innen von deutschen, österreichischen und schweizerischen Tanzarchiven, um gemeinsam über die Herausforderungen zu diskutieren, denen sich die Archive in der heutigen digitalen Welt ausgesetzt sehen. 

Digitaler Atlas Tanz

Der Digitale Atlas Tanz dient als Schaufenster für Tanzdokumente und informiert anhand von online einsehbaren Dokumenten – darunter Filmaufzeichnungen, Fotografien, Druckschriften, Skizzen, – über Persönlichkeiten, Werke und Geschichte des Tanzes in Deutschland.

Transforming Acts

Das Projekt "Transforming Acts" beleuchtet als intermediale Installation die Inspirations- und Transformationsvorgänge von Tanz in die Kunst im Allgemeinen und in die Theaterkunst im Besonderen.

European Video Dance Heritage

Das EU-Projekt European Video Dance Heritage beschäftigt sich mit der Bewahrung des Kulturellen Erbes Tanz auf europäischer Ebene mit Blick auf die besonderen - technologischen, rechtlichen und ästhetischen - Herausforderungen des Videotanzes.

Sicherung und Zugänglichmachung der Bestände

Die konservatorische Sicherung sowie die zentrale (Nutzung von Archivgut in den Archiven) und dezentrale (online) Zugänglichkeit der Bestände in den Tanzarchiven Deutschlands sind derzeitig ein primäres Ziel.

Projecting our past to the future

Das EU-Wissenschaftsprojekt ITN-DCH hat die Forschungs- und Entwicklungsförderung im Bereich "Digitales Kulturelles Erbe" auf europäischer Ebene zum Ziel.

Symposium ICH+I

Das Symposium stellte den aktuellen Stand der Forschung zu Aufzeichnungs- und Visualisierungstechniken und deren Anwen­dung im Bereich des immateriellen Kultur­­erbes dar und bot eine Plattform für fachgerechte Diskussionen.

Bestandsanalyse

Die Bestandsanalyse der Datenbanken des Verbunds Deutscher Tanzarchive wurde 2013 abgeschlossen und ist unverzichtbare Grundlage für die quantitative und qualitative Bewertung des Gesamtbestandes der Archive.

Mitglieder des VdT

Zum Verbund Deutscher Tanzarchive (VDT) haben sich 2007 die fünf führenden Institutionen zur Bestander­haltung und Erschließung von Quellen und Dokumenten zur Entwicklungs- und Aufführungsgeschichte der Kunstform Tanz in Deutschland nominell zusammengeschlossen. Diese fünf Institutionen sind:

Deutsches Tanzarchiv Köln

Tanzarchiv Leipzig

Mime Centrum Berlin

Archiv Darstellende Künste der Akademie der Künste

Deutsches Tanzfilminstitut Bremen