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TRANSFORMING ACTS – eine intermediale Installation

 

 Ein Projekt des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und des Mime Centrum Berlin – in Kooperation mit der Akademie der Künste und dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen

 Künstlerische Leitung – Penelope Wehrli und Detlev Schneider

Ausgangspunkt: Transformationen zwischen Tanz und Theater

Seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Tanz in markanter Weise zum Impulsgeber für Künstler, die nach zukunftsweisenden  Ausdrucksmitteln suchten und dazu Genre- und Gattungseinhegungen überschritten, und er beeinflusste dabei tiefgreifend die Theateravantgarde.

Sein hochartifizielles Bewegungsvokabular, die choreografierten Gruppenfiguren, die Komposition der Akteure zu Bildern im Raum, repetitive Abläufe, das Physisch-Expressive des tänzerischen Ausdrucks, aber auch die Virtuosität der Ballettsprache wurden zu prägenden Impulsen für Regisseure, die nach einer erneuerten und gesteigerten Kunsthaftigkeit suchten jenseits vom mimetischen Abbildrealismus.

Wie sehr beispielsweise Pina Bauschs Choreografien das eigene Kunstdenken prägte, bekundeten in berührender Weise Heiner Müller und Einar Schleef auf ihrer Suche nach zeitgemäßen szenischen Bildern des Tragischen.

Zeitgleich entfalteten in Mitteleuropa die Synergien von Tanz, Klang und Bildraum ihre Wirkung, an denen seit den sechziger Jahren Cage und Cunningham und die New Yorker Judson-Church-Protagonisten arbeiteten. Lucinda Childs´s Einfluss etwa erreichte uns in den Inszenierungen von Robert Wilson. Auch die frühen Choreografien von Anna Theresa de Keersmaker, Jan Fabre und anderen Aktivisten der flämisch-niederländischen Szene dieser Zeit speisten sich von dorther und wurden selbst zum Inspirationsfeld für jüngere Choreografen und Regisseure.       

Zugleich begann der Tanz seinerseits, Spezifika anderer Kunstformen zu nutzen, - dramaturgisches Denken in mehrschichtigen Narrativen, Sprach- und Schrifttexturen sowie die rasant wachsende Aneignung der elektronischen Bild- und Klangmedien und ihre Imaginationspotentiale, - und er steigerte dadurch noch seinen Einfluss und seine Anziehung.

Diese Inspirations- und Transformationsvorgänge in den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts will unser Projekt an eindrücklichen Inszenierungen exemplarischer Protagonisten aufzeigen und in einer medialen Installation erleben lassen : Pina Bausch, Lucinda Childs, Merce Cunningham, Jo Fabian, Jan Fabre, William Forsythe, Anne Teresa de Keersmaeker, Johann Kresnik, Thomas Lehmen, Alain Platel, Einar Schleef, Meg Stuart, Robert Wilson, VA Wölfl, Xavier LeRoy - in alphabetischer Reihenfolge.

 

 

 

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